Jedes Jahr am 6. August findet auf dem Hochfelln Gipfel das „Fellner-Fest“ statt – eine Trachtenwallfahrt der besonderen Art, die sich 2015 zum 125. Mal jährte. Der Hochfelln gilt als die „Aussichtsterrasse des Chiemgaus“, also ein wahrlich gebührlicher Ort, um ein großes Fest zu feiern. Zu Hunderten strömen die Leute schon frühaufmorgens vom Tal rauf auf den Berg. Wer nicht mehr so gut zu Fuß oder ein Großkopferter ist, nimmt die Hochfelln-Seilbahn, die einen in 15 Minuten auf den Berg schießt. Das normale Volk erscheint in eher legerer Freizeit- oder Wanderkleidung, aber die Einheimischen und die alten Traditionenbewahrer in herrlicher Chiemgauer Tracht. Zu etwas späterer Stunde hat manche Schalkfrau densölbigen im Nacken, da werden nach dem Essen am Hochfellnhaus bei Kaffee und Kuchen Witze erzählt und es wird viel gelacht. Auch der ein oder andere Schnaps soll eine Rolle spielen, wird berichtet, wenn die Musikkapelle den Bürgermeister von Ruhpolding und den Bürgermeister von Bergen rundenmäßig gegeneinander ausspielt und alle was davon haben. Beide Gemeinden reklamieren den Berg für sich, aber letztendlich lässt sich der überhaupt nicht aus der Kalksteinruhe bringen und ist für alle da. Auch das Bayerische Fernsehen lässt sich dieses Spektakel nicht entgehen.

Beim Abstieg kommt einem noch die ein oder andere Alm in die Quere. Der Durst ist je nach Witterung groß oder größer, und so kann es dauern, bis man am Ende wieder im Tal angelangt ist. Da sollte man das Heimkommen gut organisiert haben, denn das ein oder andere Promille wird man mit im Rucksack haben 😉